Albert Heyde Stiftung
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Bad Freienwalder Heimatkalender 61.2017

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Heimatkalender 2017 Inhaltsverzeichnis    Seite
Vorwort - Steffen Göttmann 4
Kalendarium 6
Rückblick auf die 700-Jahrfeier von Bad Freienwalde - Reinhard Schmook 12
Die Urkunde vom 13. Juni 1316 mit der Freienwalder Ersterwähnung - Reinhard Schmook 16
Das Freienwalder Gasthaus "Zum Braunen Roß" - Karl Richter 19
Bad Freienwalder Stadtspaziergänge, Teil 1: Im Stadtzentrum - Ulrich Pfeil 23
Zur Geschichte der StädtischenTurnhalle in Bad Freienwalde - Hartmut Raeck 33
Gedenktafeln in St. Nikolai zum angestammten Platz zurückgekehrt - Reinhard Schmook 40
Die Bedeutung der Eisenbahn und des Bahnhofs für die Stadtentwicklung von Bad Freienwalde - Joachim Rau 45
Von der Schifffahrt auf dem Freienwalder Landgraben - Roy Jürgens 53
Vor 25 Jahren - Abzug der sowjetischen Garnison aus Bad Freienwalde - Roy Jürgens 58
Ein Kleinod, von vielen bewahrt - 30 Jahre Konzerthalle in St. Georg - Ingrid Linke 61
Zum 150. Geburtstag Walther Rathenau - Reinhard Schmook 68
Freienwalde - eine märkische Idylle "...am Busen der Natur!"
Empfunden und aufgeschrieben von Karl Frenzel im Jahre 1865
Auswahl mit Kommentaren - Karl Friedrich Hinkelmann
72
Geschichtliches über den Gutsbezirk Altranft - Ulrich Nickel 76
Die Bahnen zur Ranfter Zuckerfabrik - Dieter Wolske 83
Von der "Alten Dorfstelle" zum Gassendorf Falkenberg (Teil 1) - Erich Lerm 89
Der Schäfergrund in Falkenberg - Herbert Lauter 95
Falkenberger Häuser und ihre Geschichte(n): Die Villa Paulina mit Badehaus und Bärenzwinger - Peter Panzer 99
Das Falkenberger Textilgeschäft an der Ecke zur Bahnhofstraße - Ingrid Zein 104
Ein Kreuz für die gefallenen Soldaten im Oderbruch - Udo Schonert 106
Höchste Gefahr fürs Oderbruch - Hochwasserfluten der Oder in jüngster Zeit (1947 und 1997) - Hans Peter Trömel 110
Louis Henri Fontane - Reminiszens zum 150. Todestag - Angelika Griebenow 114
"Steppenlandschaft" vor der Haustür - die Gabower Berge - Carolin Priefert 118
Frühblüher in unseren Parkanlagen, Laubwäldern und Gesträuchen - Horst Sander 121
Friedensdorf Kruge - Michael Braun 125
Neue Bekrönung auf dem Wollenberger Kirchturm - Reinhard Schmook 131
Kleine Glockenkunde im märkischen Oderland und darüber hinaus - Gerhard Rumland 133
Winterdienst nach Weihnachtsart - Marianne Beise 138
145 Jahre Fleischerei Gärtner in Bad Freienwalde - Udo Schonert 141
Porträt: Der Bad Freienwalder Orgelforscher Karl Richter - Ingrid Linke 150
Vorschlag zur Eintragung von Dr. phil. Reinhard Schmook in das Goldene Buch Der Stadt Bad Freienwalde (Oder) - Hans Joachim Mechelke 153
Zum Gedenken an Erich Lerm (1932 - 2016) - Reinhard Schmook 154
Jahresrückblick 2015 - Steffen Göttmann 156
Buchvorstellung - 500 Jahre Orgeln in Bad Freienwalde - Karl Friedrich Hinkelmann 159
700 Jahre Bad Freienwalde (Oder) - Geschichte der ältesten Kur- und Badestadt in Brandenburg 160
In eigener Sache 162
Autorenverzeichnis 163
Vorwort
Hans-Joachim Mechelke als Kurfürst
Steffen Göttmann
Anlässlich seines 65. Geburtstages am 1. September 2016 hat die Stadt Bad Freienwalde den Redakteur des Bad Freienwalder Heimatkalenders, Herrn Dr. Reinhard Schmook, mit einem Eintrag ins Goldene Buch geehrt. Bürgermeister Ralf Lehmann und Stadtverordneter Jörg Grundmann würdigten bei einem Festakt im Teehäuschen sein Engagement für Stadtgeschichte und Kommunalpolitik. Der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung verlas den Wortlaut des Eintrages in das Goldene Buch:
“Die Stadt Bad Freienwalde (Oder) ehrt Herrn Dr. Phil. Reinhard Schmook für seine großen Verdienste zum Erhalt des Oderlandmuseums und Organisation zahlreicher Ausstellungen sowie Publikationen zur Geschichte des Oderbruchs, der Neumark und der Kur- und Badestadt Bad Freienwalde sowie bei der Erhaltung des Schlosses und des Teehäuschens.
Ebenso anerkennenswert sind seine Aktivitäten bei der Herausgabe des Freienwalder Heimatkalenders, die Mitwirkung beim Königsberger Kreiskalender, die Gründung der Albert Heyde Stiftung und des Freundeskreises des Oderlandmuseums. Sein engagiertes Wirken als Stadtverordneter und Kreistagsabgeordneter ist ebenso hervorzuheben. Die Stadt Bad Freienwalde möchte sein großes kommunales Engagement würdigen und dafür herzlich danken.”
Auf der Festveranstaltung hatten sich um die 50 Gäste eingefunden, darunter Landrat Gernot Schmidt, der Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz (CDU), der Landtagsabgeordnete Marco Büchel (Linke) sowie Freunde und Wegbegleiter des Jubilars.
Den weitesten Weg hatte Jörg Rieger aus Bad Pyrmont, der vor 25 Jahren Fachklinik und Moorbad in Bad Freienwalde aufgebaut hat. Als Geschenk brachte Rieger ein altes Bad Freienwalder Badeglas mit, in das das Bild des Monte Caprino (Ziegenberg) eingeätzt ist. Simone Köstering, Geschäftsführerin des Museumsverbandes des Landes Brandenburg, dankte Reinhard Schmook für seine Mithilfe beim Aufbau des Verbandes nach 1989. “Du wirst weiter arbeiten, denn das kann man nicht einfach einpacken und an einen Nachfolger übergeben”, erklärte sie.
Dr. Reinhard Schmook gilt in Bad Freienwalde als Institution. Kaum ein anderer kennt die Geschichte der Stadt und der Region besser als er. Seine Arbeit ist für ihn nicht nur Beruf sondern auch Berufung. Dabei begann seine Laufbahn vollkommen anders: Geboren wurde Dr. Reinhard Schmook am 1. September 1951 in Angermünde als ältester von drei Söhnen eines Bäckers und einer Verkäuferin. Dort wuchs er auf und machte 1970 sein Abitur. Danach studierte er bis 1975 in Rostock, um Lehrer für Mathematik und Physik zu werden. Nach dem Examen bekam er eine Stelle an der 2. Oberschule in Wriezen. Sie befand sich in der Krausenstraße, wo heute der Grundschulteil der Allende-Schule ist.
“Zur Regionalgeschichte kam ich schon als Schüler”, berichtet Schmook. In der Arbeitsgemeinschaft “Junger Archäologen” in Angermünde habe sich bei ihm das allgemeine Interesse für Stadt- und Regionalgeschichte entwickelt. Vorbild seien seine Lehrer gewesen: Rainer Schulz und Walter Weiß.
“Während des Schuldienstes in Wriezen kam ich in Kontakt mit dem Oderlandmuseum und meinem verehrten Vorgänger Hans Ohnesorge, den ich jedoch schon vorher kannte”, erzählt Schmook. “Er war eine Art Vorbild für mich, auch wenn er damals schon sehr krank war." Bei einer Tagung der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger hatten sie sich kennengelernt. “Hans Ohnesorge entwickelte sich zu einem väterlichen Freund, und es hat mich sehr gefreut, dass er mich als Nachfolger ins Spiel brachte.”
Der damalige Kreisschulrat Wolfgang Schulze habe ihn per Überleitungsvertrag 1977 ins Museum versetzt. Als Lehrer sei er beim Kreis angestellt gewesen, Schulze habe ihn von der Abteilung Volksbildung in die Abteilung Kultur versetzt.
Als Hans Ohnesorge aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand gehen musste, übernahm Dr. Schmook am 1. August 1977 das Oderlandmuseum des Kreises Bad Freienwalde. “Ich wäre sicher Lehrer geblieben, wenn ich nicht die Chance gehabt hätte, mein Hobby zum Beruf zu machen, gesteht Schmook. Um die Museumsarbeit qualifiziert ausüben zu können, habe er 1978 an der Berliner Humboldt-Universität ein Studium der Volkskunde begonnen, das für Museumspraktiker aus der ganzen DDR gedacht war. Er schloss es 1983 als Diplom-Ethnograph ab. Sein Dank gelte Ingrid Linke, damaliges Ratsmitglied für Kultur des Rates des Kreises und Abteilungsleiterin Kultur und heutige Leiterin der Konzerthalle, die stets in die Fortbildung ihrer Mitarbeiter investiert und sie allseits gefördert habe. “Eigentlich wollte man mich an der Uni behalten, aber ich wollte im Museum bleiben”, berichtet Schmook. Dann bot sich ihm die Möglichkeit, die wissenschaftliche Arbeit, die ihn während des Studiums beschäftigte, über eine außerplanmäßige Aspirantur mit Promotion weiterzuführen. So promovierte er 1988 bei den Volkskunde-Professoren Wolfgang Jacobeit und Ute Mohrmann. “Der Germanist Hans Naumann in seiner Bedeutung für die Volkskunde” war das wissenschaftsgeschichtliche Thema seiner Doktorarbeit.
Nach der Wiedervereinigung sei die Arbeit im Museum unter anderen Rahmenbedingungen weiter gegangen. “Die Moderne hielt Einzug u. a. mit dem Computer”, schmunzelt Schmook. 1990 habe sich die Möglichkeit geboten, im Schloss Freienwalde die Walther Rathenau-Gedenkstätte, die 1934 von den Nazis aufgelöst worden war, wiederzueröffnen. Die obere Etage des Schlosses stand leer, im Erdgeschoss befand sich die Stadt- und Kreisbibliothek. Als das Schloss für den Landkreis restauriert worden sei, konnte es losgehen. Unterstützung bekam er von einem guten Freund - Prof. Dr. Martin Sabrow, heute Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam und Professor an der Humboldt-Universität. Zusammen gründeten sie die Walther-Rathenau-Stift gGmbH, deren Geschäftsführer Schmook heute noch ist. Unter seiner Leitung wurden das Schloss, das Gärtnerhaus und das Teehäuschen saniert. Was mit dem Schloss Ende des Jahres passiert, ist unklar. Schmook ist Angestellter der Gemeinnützigen Kultur GmbH Märkisch-Oderland, die zum Jahresende aufgelöst wird.
Der leidenschaftliche Historiker wird sich ins Oderlandmuseum zurückziehen, dessen Existenz seit 2011 durch die Albert Heyde Stiftung gesichert ist. Schmook wird das Museum ehrenamtlich weiter leiten.
Zu den etwa 15 Büchern, die er veröffentlicht hat, gehören drei Bände der von der MOZ herausgegebenen Reihe “Einst und jetzt”: Bad Freienwalde, Angermünde und Seelow.
In eigener Sache

verschneiter Marktplatz Der 60. Kalenderjahrgang hat bei Lesern und Abonnenten erneut eine sehr positive Aufnahme gefunden und ist bis auf wenige Restexemplare verkauft. 2016 wurde in unserer Heimatstadt das 700-jährige Jubiläum der Ersterwähnung von Freienwalde gefeiert. Deshalb gibt es in diesem Kalender auch einen Rückblick auf den Höhepunkt des Festjahres, den Festumzug am 2. Juli 2016, in Wort und Bild.
Alle Anregungen, Kritiken, Hinweise und Ergänzungen, die das Redaktionskollegium erreichten, haben wir dankbar angenommen. Unser leider im August 2016 verstorbener Mitstreiter Erich Lerm (siehe Nachruf) hat zu den Beiträgen von Roy Jürgens einige wichtige Ergänzungen geschickt, die wir nachfolgend mitteilen:

„Der Verfasser erwähnt einen Vertrag zwischen der Stadt Freienwalde und der Leitung des Alaunwerkes vom 20.10.1831. Dieser Vertrag sollte endlich den „wilden Abbau“ unterbinden und Grundstücke, die nicht im Besitz des Werkes waren, einer Vermessung und Grenzsortierung zuführen. In diese Zeit gehört der Grenzstein von der Oberkietz-Mühle. Das Hammerwerk lag etwa in der Mitte zwischen Ober- und Unterkietzmühle. Der Stauraum des Wassers für den Antrieb des Hammerwerkes ist im Bachbett noch sichtbar.
Am 31.01.1831 ging das Alaunwerk mit allen Rechten und Pflichten in den Besitz von Herrn Dr. Kunheim über. Das Gesamtfeld wurde neu eingemessen und am 2./3.12.1853 Verlochsteine an den Grenzen gesetzt. Der Stein auf dem Höhenweg (Majors Weg) ist die Grenze zur Forst der Gutsherrschaft von Jena/Cöthen.
Der Stein markiert hier eine Gemarkungsgrenze und ist die Grenze des Gesamtfeldes für den Alaunabbau.“


Der allgemeine Zuspruch zeigt auch dieses Mal, dass unsere Arbeit und die der Autoren anerkannt und allseits begrüßt wird. Wenn Sie uns einen interessanten Beitrag über unsere Heimat zur Veröffentlichung schicken möchten, können Sie dies in digitalisierter Form tun. Hand- oder maschinenschriftliche Manuskripte nehmen wir ebenso gerne entgegen. Abbildungsvorlagen benötigen wir allerdings im Original oder in gescannter Form (mindestens 300 dpi.) Alle Materialien erhalten Sie selbstverständlich zurück. Leider können wir keine Honorare zahlen. Sie erhalten aber für Ihren Beitrag ein Belegexemplar.
Allen, die den jetzt vorliegenden neuen Heimatkalender durch einen Beitrag und durch entsprechende Bildvorlagen bereichert haben, danken wir an dieser Stelle sehr herzlich.
Wir danken auch all jenen, die an der Herausgabe dieses Kalenderjahrganges über eine Werbeanzeige oder auch eine Spende finanziell beteiligt waren. Trotz all dieser Zuwendungen wird es künftig wegen der gestiegenen Herstellungspreise nicht mehr möglich sein, den langjährigen moderaten Verkaufspreis von 8,00 Euro zu halten. Wir hoffen auf allgemeines Verständnis, wenn wir ab dieser Kalenderausgabe den Preis auf 9,50 Euro erhöhen müssen. Auch über Spenden würde sich die Alber Heyde Stiftung sehr freuen und gerne auch entsprechende Zuwendungsbestätigungen ausstellen.

Die Bankverbindung der Albert Heyde Stiftung lautet:
IBAN: DE30 1705 4040 3000 41 47 37
BIC: WELADED1MOL
Impressum
Stadtwappen
Herausgeberin: Albert Heyde Stiftung in Bad Freienwalde (Oder) 2016

Anschrift der Redaktion:
Oderlandmuseum
Uchtenhagenstraße 2
16259 Bad Freienwalde (Oder)
Tel. 033 44 / 20 56, Fax. 033 44 / 327 24
E-Mail: info@albert-heyde-stiftung.de

Redaktion und Gesamtbearbeitung:
Dr. Reinhard Schmook unter Mitarbeit von Karl-Friedrich Hinkelmann

Redaktionskollegium:
Angelika Griebenow, Karl Friedrich Hinkelmann, Annette El Kady, Ingrid Linke, Margot Prust, Hartmut Raeck, Hans-Peter Trömel, Dr. Reinhard Schmook, Siegfried Schumacher, Dr. Dieter Wolske

© Gesamtgestaltung: Findling Verlag Sandra Knopke & Saskia Klemm GbR, Werneuchen, 2016

Druck: Druckzone GmbH & Co. KG, Cottbus

Bildnachweis: Die Abbildungsvorlagen werden zumeist von den Autoren der Beiträge geliefert. Fotograf bzw. Bildquelle sind jeweils in der Bildunterschrift genannt.

Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung des Herausgebers und mit Quellenangabe gestattet. Für den Inhalt der Beiträge sind die Autoren deren Ansichten nicht immer mit denen der Redaktion übereinstimmen müssen, allein verantwortlich.

Titelfoto: Blick aus dem Fenster des Hotels Demuth in der Fischerstraße
Kolorierte Zeichnung von K. Gretschmann, 1938, Sammlung R. Schmook

Umschlag Seite 2: Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, dargestellt von Hans-Joachim Mechelke, an der "Tafel der Hoheiten" am 2. Juli 2016. Foto: R. Schmook

Umschlag Seite 3: Verschneiter Marktplatz mit Oderlandmuseum. Foto: R. Schmook

Umschlag Seite 4: Schüler der Laurentius-Schule mit dem von Tim Laudanski gestalteten und von der Fa. Blumem-Kunze umkränzten Stadtwappen an der Spitze des Festumzuges am 2. Juli 2016. Foto: Herbert Lauter